ZwangsarbeiterInnen
Rund zehn Millionen ZwangsarbeiterInnen schufteten während der Nazi-Zeit für deutsche Betriebe Als Arbeitssklaven ohne ausreichende Versorgung waren sie Schikanen und Gewalt ausgesetzt, als Untermenschen erniedrigt starben viele von ihnen an den unmenschlichen Bedingungen.
Auch in der meisten Bergedorfer Firmen waren mehrere Tausend ZwangsarbeiterInnen eingesetzt. Zusätzlich arbeiteten Hunderte von ZwangsarbeiterInnen in der Landwirtschaft in den Vier- und Marschlanden. Trotz der schwierigen Quellenlage -viele Unterlagen sind durch den Zweiten Weltkrieg vernichtet - sind 35 Bergedorfer Firmen bekannt, die ZwangsarbeiterInnen eingesetzt haben.
Besonders dramatisch war die Situation der KZ-Häftlinge die zur Arbeit gezwungen wurden: ihnen drohte die Vernichtung durch Arbeit. So unterhielt die Bergedorfer Firma Jastram Gmbh & Co. KG ein Zweigwerk im Kz-Neuengamme, in dem bis zu 300 Zwangsarbeiter arbeiten mussten. Auch die Bergedorfer Firmen Eisenhandlung Glunz, das Bergedorfer Eisenwerk (heute Tetra Lava! in Glinde) sowie die Bäckerei Werner Ohde (heute Brotfabrik Wendein in den Vierlanden) setzten neben Zwangsarbeiter auch KZ-Häftlinge in ihren Betrieben ein.
Die Versklavung von Millionen Frauen, Männern und Kindern war ein Verbrechen, das wir nicht durch stillschweigen im Nachhinein legitimieren dürfen. Dieses Unrecht kann nicht „wiedergutgemacht“ werden. Aber die Bergedorfer Firmen und die staatlichen Einrichtungen müssen endlich die Verantwortung für ihre Vergangenheit übernehmen und handeln. Wir fordern alle Bergedorfer öffentlichen und privaten Unternehmen oder deren Rechtnachfolger auf, der Bundesstiftung für die Entschädigung der Zwangsarbeiter beizutreten.
Es ist beschämend und unfassbar, dass sich heute, 55 Jahre nach dem Ende des deutschen Faschisimus, noch ein großer Teil der betroffenen Firmen weigert, einen Beitrag zur Entschädigung ihrer Opfer zu leisten. Dies ist ein Grund, die Namen der Bergedorfer Firmen zu nennen, die ZwangarbeiterInnen in ihren Betrieben eingesetzt haben auch wenn die Liste der Firmen unvollständig sein sollte.
Jetzt muß gehandelt werden (rw)
Anm. d. Red.: Die Stiftungsinitiative der Deutschen Wirtschaft wendet sich an alle Unternehmen, unabhängig davon, ob ZwangsarbeiterInnen beschäftigt wurden oder nicht. Die erwähnte Firma Jastram beteiligt sich nach eigener Aussage an der Initiative.
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