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Kleine ZOB-Kunde

Der Bergedorfer ZOB wird umgebaut; das ist wahrscheinlich inzwischen bei allen angekommen. Wie dies aber geschehen soll, darüber ist inzwischen ein Streit entbrannt, bei dem die Fronten nicht immer überschaubar sind. Hier deshalb der Versuch, noch mal das Wichtigste zusammen zu fassen.

Die Umgestaltung des ZOBs steht schon länger auf der Wunschliste der Parteien im Bezirksparlament. Dafür werden vier Gründe genannt:

1. Der jetzige ZOB mit seinen vielen Inseln und der ständigen Kreuzung von Bussen und Fußgängern wird als hinderlich und unmodern empfunden.

2. Bergedorf braucht zusätzliche Einkaufsflächen, um für die gestiegene Käuferzahl (Neubaugebiete) attraktiv zu bleiben. Außerdem wird befürchtet, Einkaufszentren in Billstedt oder auf der Wiese (Ikea) könnten Kunden aus Bergedorf abziehen, wenn dieses nicht "nachrüstet".

3. Die Post hat angekündigt, das Postamt am Bahnhof zu schließen und "anderweitig zu nutzen"

4. Der Bahnhofsplatz in seiner jetzigen Form wird als unschönes EntrÈe für Bergedorf empfunden. Als zentraler Platz soll er angemessener und einladender gestaltet werden.

Aus diesen Gründen wünschte man sich eine umfassende Neugestaltung, die am Besten alle Fliegen mit einer Klappe schlägt. Leider hatte die Stadt Hamburg dafür kein Geld und damit hätte es enden können, wenn nicht die Bergedorfer Parlamentarier auf einen findigen Trick gekommen wären. Der Deal geht so: Die Stadt Bergedorf stellt den Platz (also öffentlichen Grund) zur Verfügung und lässt private Investoren nach gewissen Vorgaben darauf ein Einkaufszentrum bauen. Die Bahn baut ein bisschen ZOB dazu und so bekommt jeder, was er will. Also wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben und nach einer Vorauswahl wurden vier Entwürfe bei Hein-Gas den Bürgern zur Beurteilung vorgelegt. Von diesen vier Entwürfen sind inzwischen nur noch zwei im Gespräch. Der Vorschlag Nr.2 von Hochtief mit der sogenannten Rotunde, einem großen Ring über die B5 und der Vorschlag Nr.4 von Engel & Völkers. SPD und CDU favorisieren den (zumindest im Modell) etwas geschlossener und moderner aussehenden Rotunde-Entwurf, wohingegen die GAL eher Nr.4 zuneigt, der etwas offener wirkt. Mit im Boot sitzt auch die Fundus, die Betreibergesellschaft des CCB, die angekündigt hat, mit Engel & Völkers, also den Einreichern von Vorschlag Nr. 4, ein überarbeitetes Konzept vorzulegen, das auch das CCB-Parkhaus mit einbeziehen soll. Dieses ist allen ein Dorn im Auge, lässt sich aber ohne Zustimmung von Fundus nicht angehen. Außerdem sind inzwischen auch einige Bürger und andere Interessengruppen aktiv geworden und versuchen ihre Vorstellungen einzubringen. Sie haben sich zum "Bündnis für ein städteplanerisches Gesamtkonzept vom Lohbrügger Markt zum Mohnhof" zusammengeschlossen. Im einzelnen sind beteiligt die Bürgerinitiative Bahnhofsvorplatz Bergedorf (BBB), die CityPartner Stadtmarketing, der DGB, die GAL, die STATT-Partei, die Bürgervereine Bergedorf und Lohbrügge, der Grundeigentümerverein und die Architektengruppe Schlingemann, Roderjan & Leiner. Dieses bunte Bündnis ist sich vor allem darin einig, daß es den Rotunde-Entwurf in seiner derzeitigen Form nicht will und fordert eine Denk- und Verhandlungspause. SPD und CDU wiederum haben aus den bisherigen Diskussionen und Eingaben einen Kriterienkatalog generiert, der den Investoren zur Nachbesserung ihrer Vorschläge dargebracht wird. Danach soll der Stadtplanungsausschuss prüfen, ob der Hochtief-Entwurf die Anforderungen erfüllt und als Sieger aus der Ausschreibung hervorgeht. Sollte das nicht der Fall sein, wird auch der Engel & Völkers-Entwurf geprüft. So hat es die Bezirksversammlung am 25. März beschlossen. Insgesamt entscheidet der Senat über ein Bauvorhaben dieser Größenordnung. Das Bezirksparlament trifft nur eine Vorentscheidung, die dann der im Juni zusammenkommenden Senatskonferenz (SENKO) zur endgültigen Entscheidung vorgelegt wird.

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