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Ah... der geneigte Leser lenkt seine Augen gen Spielwelt und liest...
Drachen,
Ritter, Vampire, Cyberpunks, Feen, Roboter, Touristen und auch alle anderen
Figuren die je dem menschlichen Geist entsprungen sind, können in den
verschiedenen Genres des Fantasy-Rollenspiels vorkommen (und tun dies auch); in
der Februar Ausgabe der Spielwelt habe ich zur Veranschaulichung dieser Art des
Gesellschaftsspieles das klassische Fantasy-Genre benutzt.
In dieser Ausgabe versuche ich, die gängigen Spiele aufzuführen, und kurz auf
das verwendete Genre und die Spielmechanismen der einzelnen Regelwerke
einzugehen.
Vorweg ist zu sagen (oder besser: zu schreiben) das ein typisches »Regelwerk«
aus einem Basisspiel und diversen Ausbaumodulen besteht (ungefähr so wie bei
dem Brettspiel »Siedler«); das Basisspiel enthält alles, um mit dem Spiel
loslegen zu können, die Ausbaumodule dienen der Erweiterung des Hintergrundes
des Spieles, zum Beispiel durch zusätzlich Informationen über Magie, Technik,
Städte, Länder und die Völker der Spielwelt. In diesem Artikel wird nur von
den Basisspielregeln die Rede sein.
Hier einen Liste von Spielsystemen, die in diesem Artikel vorkommen werden
(Anspruch auf Vollständigkeit wird nicht erhoben):
»Das Schwarze Auge«
»Shadowrun«
»Vampire« und die »World of Darkness«
»Rolemaster« & »MERS«
»Call of Cthulhu«
So, nun geht es aber los. Als erstes wäre
»Das
Schwarze Auge«
zu nennen, das populärste und wohl auch erfolgreichste Spielsystem aus
deutschen Landen. Zum erstenmal in den 80gern bei Schmidt Spiele erschienen,
schufen Ulrich Wiesow und Hadmar Wieser die fantastische Welt Aventurien.
Historisches und fantastisches gehen hier nahtlosen ineinander über, zum
Beispiel gibt es Landstriche, die der französischen Renaisance ähneln, aber
auch wilde Gegenden im Norden, wo rothaarige Piraten, Thorwaler genannt, ihr
Unwesen treiben. Fast alle gängigen Klischees werden
bedient; Dämonen, Magier, Musketieren, Kaiser, Dschungel, Orks und Drachen,
alles ist vorhanden. Die Kunst und Leistung der Autoren
ist eine guten Recherche des historischen und der richtige Kombination
der Einzelteile, ohne das Ganze wie ein Flickenteppich wirken zu lassen. Den
Schmidt Spiele Verlag gibt es nicht mehr, aber »DSA« hat überlebt: Die Firma
FanPro übernahm die Redaktion und vertreibt das Spiel heute sogar über
Kaufhausketten wie Karstadt, was, neben der Deutschsprachigkeit, erheblich zum
Verkaufserfolg beiträgt.
»Shadowrun«
entführt die Spieler in das Jahr 2060. Die Menschheit ist »erwacht«, die
Magie auf die Erde zurückgekehrt. Konzerne haben die Weltherrschaft übernommen
und spinnen ihre Intrigen, an denen die Spieler als »Shadowrunner«, Hacker,
Geheimagenten und Guerillakrieger, teilnehmen. Das »Schattenlaufen« bezeichnet
das ausführen von illegalen Tätigkeiten gegen oder für einen Konzern. Wer das
Buch Neuromancer gelesen, die Filme Bladerunner, Jonny Mnemonic oder The Matrix
gesehen hat, weiß, worum es geht. Trotz des englischen Titels ist »Shadowrun«
auch in der neuesten Version 3.01 in deutscher Sprache erschienen. »Shadowrun«
ist genau wie »DSA« bei Karstadt erhältlich.
»Vampire«
und die »World of Darkness«
Der Name
ist Programm: Vampire, Werwölfe, Mumien, finstere Magier und Technomancer
bestimmen unsere Welt aus dem Verborgen. Die Spieler sind, ohne es zu Wissen,
Marionetten in einem größeren Spiel aus Intrigen und Weltverschwörungen,
Neuer Weltordnungen und heiliger Kriege, immer bestrebt, die eigen Fäden zu
kappen, um seine Schicksal selber in die Hände (oder Klauen) zu nehmen. Für
alle Paranoiker, die schon immer »Ich hab's ja gewusst!« gesagt haben, und
gerne mal in die Rolle eines Vampires oder Werwolfes schlüpfen wollten. »Vampire«
ist unter deutscher Lizenz bei Feder & Schwert erschienen und ebenfalls bei
Karstadt erhältlich (sieht langsam wie eine Werbekampagne für diese
Einzelhandelskette aus, oder?).
»Rollemaster«
und »MERS«
»Der Herr der Ringe« und »Tolkien« sind die zwei Schlagwörter zu diesen
Spielsystemen. Wer schon immer einmal tiefer in die Welt der Hobbits, Zwerge und
Elfen eindringen wollte, ist hier richtig. »MERS«. kurz für »Mittelerde
Rollenspiel« ist für Einsteiger konzipiert und enthält in der Grundbox alles
um sofort ins Auenland aufzubrechen. »Rollemaster« hingegen wendet sich an
Fortgeschrittene Rollenspieler und besteht aus drei Grundmodulen: eines zu jedem
der drei Themen Magie, Kampf und Rollenerschaffung und Hintergrundmaterial.
Hinzu kommen etliche Zusatzmodule zur Verfeinerung und zur Verkomplizierung des
Spielsystems. »Rollemaster spaltet die »erfahrenen« Rollenspieler: die einen
hassen, die anderen lieben es, mehr ist dazu nicht zu schreiben. Oder doch:
Obwohl weltweit sehr erfolgreich wird dieses Spiel ein- bzw. umgestellt; die Lizenz
für die Welt Tolkiens wurde der Herstellerfirma Iron Crown entzogen, so dass »MERS«
wohl eingestellt wird, und für »Rollemaster« über kurz oder lang nur noch
Hintergrundmaterial für die von Iron Crown erfundene Spielwelt »ShadowWorld«
geben wird. Schade um die jahrelange gute Recherche und Abstimmungsarbeit der
Autoren.
»Call of Cthulhu«
Zu
guter letzt noch ein Klassiker: »CoC« spielt in den 20ger Jahren und basiert
auf der Romanwelt H.P. Lovercrafts. Die Spieler übernehmen die Rollen von
Forscher Archäologen und anderer abenteuerlich eingestellter Archetypen um
mysteriösen, über- und widernatürlichen Dingen auf den Grund zu gehen. Dabei
fängt es immer ganz harmlos an: eine scheinbar alte Dame verliert eine Amulett,
die Spieler finden dieses und im Laufe des Rückgabeversuches kriegen sie es
zuerst mit ein paar Ganoven, dann mit fanatischen Kultisten die fremde, monströse
Götter anbeten, und zum Schuss sogar mit diesen Göttern selber zu tun... aber
seht selbst. Auch diesem Spiel kann ich beste Paranoiker-Tauglichkeit
bescheinigen. Aber manchmal macht eine Gänsehaut kombiniert mit einem viel zu
hohen Adrenalinspiegel halt doch auch irgendwie Spaß! Die Regeln dieses Systems
sind recht einfach gehalten, aber zumindest der Spielleiter sollte doch schon
etwas mehr Erfahrung mitbringen, da schon einiges dazu gehört, die nötige
Gruselstimmung als Geschichtenerzähler zu erzeugen. Erhältlich ist »Call of
Cthulhu« nur in speziellen Spieleläden und oft auch nur in englisch, da die
Lizenzvergabe für Europa des öfteren wechselte; konstant ist der amerikanische
Vertrieb durch Chaosium Inc. (daher die gute Erhältlich der englischen
Version).
So,
das war kurz und knapp. Wahrscheinlich werden Kenner von Rollenspielen Gedanken
kommen wie »Und warum wurde Spiele X oder System Y nicht erwähnt?« oder »Das
ist doch totaler Mumpitz was der da schreibt!« Dem kann ich nur erwidern:
Dieser Artikel hat kein Anspruch auf Vollständigkeit, und die
Charakterisierungen der einzelnen Systeme sind in der Kürze doch recht
zutreffend. Falls sich jemand extrem unter- oder falschinformiert fühlt, kann
sich wie immer über die üblichen Kanäle beim KR melden, und Kontakt zu mir
aufnehmen; ich werde dann versuchen dieses Manko zu beheben (falls ich kann -
die Lottozahlen vom nächsten Mittwoch weiß ich auch nicht!).
Außerdem gilt wie immer Lob und Kritik sind immer willkommen, aber tut Eure
Meinung der Kulturost-Redaktion kund!
Mögest Du, liebe Leserin, lieber Leser uns weiterhin gewogen sein,
»Bis zur nächsten Ausgabe!«
- Timo
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