Der alltägliche Rassismus         leer.h1.gif (1560 Byte)

"Scheiß islamisches Pack"

Es gibt eine Reinbeker Kneipe, die jeden Donnerstag zum Treffpunkt vieler Jugendliche geworden ist. Dass es dort nicht ganz so rosig zugeht, wie es auf den ersten Blick scheint, sei an dem folgenden Beispiel verdeutlicht:
"Ein Freund und ich gehörten zu den ersten Gästen, als zwei andere die Kneipe betraten. Einer von den beiden jungen Leuten wirkte vom äußeren her südländisch. Da beide sehr jung aussahen, fragte der Wirt berechtigterweise nach seinem Personalausweis, da das Jugendschutzgesetz dieses ja so vorschreibt. Da er offensichtlich keinen Ausweis vorweisen konnte, verließen beide nach einem kurzen Disput mit dem Wirt und dem Chef die Lokalität. Bei diesem Vorgang wurde, vermutlich aus Erregung, die Tür etwas heftiger als üblich geschlossen.
Da ich in einigen Metern Entfernung saß, erlebte ich folgende Worte nur akustisch. Der Wortlaut war so: "Was fällt dir ein die Tür zuzuknallen?!" Bis dahin war der Ton vielleicht durchaus angebracht, jedoch die Beleidigung: "Scheiß Türke" hinzuzufügen, erscheint mir überflüssig und "intolerant". Letzterer Kommentar schockierte mich dann doch ziemlich. Dieser Effekt verstärkte sich, als ich die nachfolgende Diskussion zwischen Wirt und Chef mit verfolgte.
Letzterer gab vor allem Nettigkeiten wie: "Ich will keine scheiß Türken im Laden haben; das ganze islamische Pack...!" von sich.
Dem fügte er noch folgendes hinzu: " Die haben doch eh alle keinen Ausweis, die kann man schnell wieder hinausschmeißen!"
Nicht daß dieses Zitat im Sinne von: "Alle Ausländer leben illegal in Deutschland" gewertet werden könnte...!
Anscheinend hat der Chef auch schon eine andere Lösung für solche "Härtefälle" parat: "Wenn sie dann doch mal einen Ausweis haben, warten sie halt 10 Minuten länger auf ihr Bier." Kein Kommentar.
"Das islamische Pack" ersetzte übrigens noch häufiger die konkrete Nennung der Nationalität.
Am Ende zeigte die mit anwesende Wirtin dann doch noch Zivilcourage, als sie die Verbalinjurien des Chefs auf den Punkt brachte: "Das ist rassistisch und das ist Scheiße!" Daraufhin beteuerte der Chef seine Gleichgültigkeit gegenüber solchen Worten mit dem Argument, daß er in eine "türkische Kneipe gar nicht rein käme!"
Mit diesem schwachsinnigen Argument klang die "Diskussion" dann auch aus. Mein erster Gedanke war Wut, der zweite, dieses "Gespräch" zu veröffentlichen, was ich hiermit mache.
Vielleicht sollten sich die Gäste dieser Kneipe über das eben beschriebene Gedanken machen und sich fragen, ob man dieser Person noch Geld zukommen lassen sollte. Letzteres kommt für mich nicht mehr in Frage.
Also, dann allen Menschenfreunden: Prost!

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