Der alltägliche Rassismus
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"Scheiß islamisches Pack"
Es gibt eine Reinbeker Kneipe, die jeden Donnerstag zum Treffpunkt
vieler Jugendliche geworden ist. Dass es dort nicht ganz so rosig zugeht, wie es auf den
ersten Blick scheint, sei an dem folgenden Beispiel verdeutlicht:
"Ein Freund und ich gehörten zu den ersten Gästen, als zwei andere die Kneipe
betraten. Einer von den beiden jungen Leuten wirkte vom äußeren her südländisch. Da
beide sehr jung aussahen, fragte der Wirt berechtigterweise nach seinem Personalausweis,
da das Jugendschutzgesetz dieses ja so vorschreibt. Da er offensichtlich keinen Ausweis
vorweisen konnte, verließen beide nach einem kurzen Disput mit dem Wirt und dem Chef die
Lokalität. Bei diesem Vorgang wurde, vermutlich aus Erregung, die Tür etwas heftiger als
üblich geschlossen.
Da ich in einigen Metern Entfernung saß, erlebte ich folgende Worte nur akustisch. Der
Wortlaut war so: "Was fällt dir ein die Tür zuzuknallen?!" Bis dahin war der
Ton vielleicht durchaus angebracht, jedoch die Beleidigung: "Scheiß Türke"
hinzuzufügen, erscheint mir überflüssig und "intolerant". Letzterer Kommentar
schockierte mich dann doch ziemlich. Dieser Effekt verstärkte sich, als ich die
nachfolgende Diskussion zwischen Wirt und Chef mit verfolgte.
Letzterer gab vor allem Nettigkeiten wie: "Ich will keine scheiß Türken im Laden
haben; das ganze islamische Pack...!" von sich.
Dem fügte er noch folgendes hinzu: " Die haben doch eh alle keinen Ausweis, die kann
man schnell wieder hinausschmeißen!"
Nicht daß dieses Zitat im Sinne von: "Alle Ausländer leben illegal in
Deutschland" gewertet werden könnte...!
Anscheinend hat der Chef auch schon eine andere Lösung für solche
"Härtefälle" parat: "Wenn sie dann doch mal einen Ausweis haben, warten
sie halt 10 Minuten länger auf ihr Bier." Kein Kommentar.
"Das islamische Pack" ersetzte übrigens noch häufiger die konkrete Nennung der
Nationalität.
Am Ende zeigte die mit anwesende Wirtin dann doch noch Zivilcourage, als sie die
Verbalinjurien des Chefs auf den Punkt brachte: "Das ist rassistisch und das ist
Scheiße!" Daraufhin beteuerte der Chef seine Gleichgültigkeit gegenüber solchen
Worten mit dem Argument, daß er in eine "türkische Kneipe gar nicht rein käme!"
Mit diesem schwachsinnigen Argument klang die "Diskussion" dann auch aus. Mein
erster Gedanke war Wut, der zweite, dieses "Gespräch" zu veröffentlichen, was
ich hiermit mache.
Vielleicht sollten sich die Gäste dieser Kneipe über das eben beschriebene Gedanken
machen und sich fragen, ob man dieser Person noch Geld zukommen lassen sollte. Letzteres
kommt für mich nicht mehr in Frage.
Also, dann allen Menschenfreunden: Prost!
Name und Anschrift sind der Redaktion bekannt.