Greves
Garten
Im Herzen Bergedorfs, östlich der Wentorfer Straße, befindet sich ein letztes Idyll unseres Stadtteils. Eingerahmt von mehreren Häusern aus der Zeit der Jahrhundertwende zieht sich ein öffentlicher Weg als Grünverbindung des Bergedorfer Stadtzentrums mit dem Rathauspark und der Schulenbrooksbek. Vielen BergedorferInnen wird das historische Ensemble „Greves Garten“ beim Spaziergang sicherlich bereits aufgefallen sein.
Viele werden auch bemerkt haben, dass seit geraumer Zeit einige der dort befindlichen Häuser leer bzw. zum Teil leerstehen. Einige Häuser sind sanierungsbedürftig. Die Wohnungen werden erst einmal nicht neu vermietet, da die Stadt das Gelände verkaufen möchte. Seit fast anderthalb Jahren steht der Verein „Das Dorf e.V.“ in Verhandlungen mit der Liegenschaftsbehörde, um in „Greves Garten“ im Rahmen einer Genossenschaft gemeinschaftliches Wohnen zu fördern.
Die CDU möchte das Ensemble „Greves Garten“ nunmehr schnellstmöglich in einem Höchstgebotsverfahren unter den Hammer bringen. In der letzten Bezirksversammlung am 30.01.02 stellte sie einen entsprechenden Antrag. Eine knappe Mehrheit entschied sich jedoch dafür, erst einmal den demnächst tagenden Stadtplanungsausschuss damit befassen zu lassen.
Damit ist die Entscheidung darüber, was mit „Greves Garten“ geschieht, nur verschoben. Falls sich die Bezirksversammlung dem CDU-Antrag anschließt und der Meistbietende das Gelände erwirbt, dürfte der Bezirk Bergedorf keine oder sehr wenig Einflussmöglichkeiten auf die Ausgestaltung, d.h. Art und Umfang der Bebauung und Erhalt der Gebäude haben. Für viele Investoren ist das Gelände nur lukrativ, wenn dort in großem Umfang neu gebaut werden kann. Dies würde bedeuten, dass alte Gebäude abgerissen werden und das gesamte Gelände seinen Charakter verlieren würde.
Der Verein „Das Dorf e.V.“, der mittlerweile aus ungefähr 50 Mitgliedern besteht, bewirbt sich seit fast anderthalb Jahren um „Greves Garten“.
Die Erhaltung des Charakters des historischen Ensembles „Greves Garten“ hat für alle Mitglieder eine große Bedeutung. Die bereits bestehenden Gebäude sollen, soweit dies bautechnisch vertretbar ist, erhalten bleiben. Ein bis zwei dem Charakter des Geländes angepasste Neubauten sollen darüber hinaus entstehen, um genügend Platz für Wohnraum und wohnungsnahes Gewerbe zu ermöglichen.
Die Mitglieder verbindet der Wunsch einer neuen, gemeinsam gestalteten Form des Zusammenlebens. Sowohl Menschen, die bereits in „Greves Garten“ leben als auch Menschen die den Wunsch haben, dort mit ihren Familien einzuziehen, haben sich dabei zusammen getan. Ein Zusammenleben von jung und alt, von Menschen aus verschiedenen sozialen Schichten und unterschiedlicher Herkunft soll hierbei verwirklicht werden.
Die Mitglieder des Vereins haben viel ehrenamtliches Engagement bewiesen und die Planungen in zahlreichen Mitgliederversammlungen und Konzeptsitzungen soweit vorangetrieben, dass sie praktisch nur noch auf Umsetzung warten. Eine Baugenossenschaft steht kurz vor der Gründung und kann nach Anhandgabe durch die Liegenschaftsbehörde sofort aktiv werden.
Viel zu lange schon stehen die Häuser leer. Viel zu lange sind die verbliebenen BewohnerInnen in Sorge um ihr zu Hause. Höchste Zeit, dass dieses Bergedorfer Idyll wieder zu neuem Leben erwacht und auch weiterhin unterschiedlichste Menschen beherbergen kann.
Wir fordern, den Erhalt des historischen Ensembles „Greves Garten“ und die Schaffung von stadtnahem Wohnraum zu erschwinglichen Preisen.
Das Dorf e.V.
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jhz, 09.04.02